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Schottischer Club 69 kündigt Schließung nach fast vier Jahrzehnten an

Nach fast vier Jahrzehnten steht eine feste Adresse der schottischen Underground-Szene vor dem Ende: Club 69 in Paisley will am 10. Oktober 2026 seine letzte reguläre Nacht veranstalten. Das Team des kleinen Kellerclubs hatte die Schließung über seine eigenen Kanäle angekündigt. Bis zum Abschied soll der Betrieb nicht leise auslaufen, sondern mit mehreren Veranstaltungen über die kommenden Wochen fortgesetzt werden.

Der Club, der sich selbst seit Jahren als „Rave Cave“ bezeichnet, liegt in Paisley westlich von Glasgow und gehört zu den ungewöhnlichen Orten der britischen Clubkultur: klein, unterirdisch und musikalisch konsequent auf elektronische Underground-Sounds ausgerichtet. Auf der eigenen Website beschreibt Club 69 sich als Treffpunkt für Underground Dance Music seit den frühen Neunzigerjahren. Die Geschichte des Ortes reicht bis 1989 zurück.

Sieben Wochen bis zur letzten Nacht

Für die Zeit bis zum 10. Oktober sind weitere Partys mit externen Veranstaltern und eigenen Formaten vorgesehen. Resident Advisor nennt für die kommenden Wochen unter anderem Scott Brown, NRG Trax und COURTEZ; das vollständige Abschlussprogramm war zunächst noch nicht veröffentlicht. Einen konkreten wirtschaftlichen oder organisatorischen Grund für die Entscheidung nannte das aktuelle Management bei der Bekanntgabe nicht.

Ganz ausgeschlossen ist eine Zukunft des Raums allerdings nicht. Parallel zur Ankündigung der Schließung sucht das Team nach Interessenten, die den Club beziehungsweise das Projekt übernehmen könnten. Damit bleibt offen, ob der 10. Oktober tatsächlich das endgültige Ende für den Standort als Club bedeutet oder ob unter neuer Verantwortung eine Fortsetzung möglich wird.

Ein kleiner Club mit großem Einfluss

Die Bedeutung von Club 69 lässt sich nicht an seiner Größe messen. Über die Jahre standen dort Künstler aus unterschiedlichen Generationen elektronischer Musik hinter den Decks. Die eigene Historie des Clubs nennt unter anderem Underground Resistance, Juan Atkins, Leftfield, Skream, Slam, Paul Woolford, Ewan McVicar und Nico Moreno. Diese Mischung aus Detroit-Techno, House, Electro und neueren härteren Spielarten machte den Kellerclub zu einem Ort, an dem internationale Namen und die lokale schottische Szene eng zusammenkamen.

Besonders eng ist Club 69 mit der musikalischen Entwicklung des 2024 verstorbenen schottischen DJs Jackmaster verbunden. Jack Revill beschrieb in früheren Interviews den Einfluss des Clubs und des Glasgower Plattenladens Rubadub auf seine eigene musikalische Sozialisation als kaum zu überschätzen. Dort kam er als Jugendlicher intensiv mit Detroit-Techno, Electro und Künstlern wie Juan Atkins oder Underground Resistance in Berührung. Aus diesem Umfeld entwickelten sich später auch Teile jener Glasgower Szene, die international mit Labels und Partys wie Numbers verbunden wurde.

Mehr als nur die Schließung eines Clubs

Für Paisley und die Region Glasgow verschwindet damit zunächst ein Veranstaltungsort, dessen Profil gerade aus seiner Beständigkeit bestand. Während sich große Clubs, Marken und Festivalformate über Jahrzehnte mehrfach verändert haben, blieb Club 69 bewusst nah an der Idee eines kleinen, dunklen Underground-Clubs. Genau diese Räume sind für lokale Szenen wichtig: Sie ermöglichen Experimente, geben Nachwuchs-DJs eine Bühne und schaffen Verbindungen zwischen regionalen Künstlern und internationalen Gästen.

Die kommenden Wochen werden deshalb zugleich Abschied und möglicher Übergang. Bis zum 10. Oktober soll weiter getanzt werden, während im Hintergrund nach einer Perspektive für den Keller in Paisley gesucht wird. Ob daraus eine Fortsetzung von Club 69 entsteht, ist offen. Sicher ist jedoch, dass der Name weit über Paisley hinaus mit einem Teil der schottischen Techno- und Clubgeschichte verbunden bleibt.


Quellen