
In Münster bietet DJ Mike Sugar einen DJ-Workshop speziell für Menschen über 50 an. Der selbst seit 40 Jahren aktive DJ will damit seiner eigenen Generation das Auflegen näherbringen.
WDR widmet dem ganzen Spaß einen Beitrag. Die Teilnehmer der dort begleiteten achten Workshop-Runde haben bereits einen Anfängerkurs absolviert und wollen ihre Kenntnisse nun vertiefen. Mike Sugar, bürgerlich Michael Knüfer, legt seit vier Jahrzehnten auf und bildet beinahe ebenso lange DJs aus.
Früher arbeitete er mit Vinyl, heute mit Mischpulten. In Münster veranstaltet er außerdem regelmäßig Ü50-Partys. Die Idee für einen Workshop speziell für Boomer entstand aus der Erfahrung, dass sich technische Grundlagen von Gleichaltrigen offenbar leichter vermitteln lassen.
„Zu einem Kurs bei einem 25-jährigen Super-DJ zu gehen, macht für 60-Jährige keinen Sinn“, erklärt Knüfer. Bei einem gleichaltrigen Menschen, der das Wissen vermittle, gebe es dagegen einen Bedarf.
Im WDR-Beitrag nehmen mehrere Personen an dem Workshop teil. Einer von ihnen ist Michael Waskönig. Er hat bereits mit Programmen eigene Sets erstellt und möchte nun den nächsten Schritt machen: „Ich wollte aber irgendwann mal anfangen an Knöpfen zu drehen. Deswegen fasziniert mich das.“ Für ihn soll das Auflegen auch zur Vorbereitung auf private Feiern dienen.
Eine der Grundlagen des Workshops ist das richtige Zählen. Die Teilnehmer zählen dafür gemeinsam und laut. Auch wenn das zunächst unangenehm sein könne, sei es für Mike Sugar eine Voraussetzung, um später sauber von einem Song zum nächsten zu wechseln.
Den älteren Teilnehmern kommt dabei laut WDR eine besondere Erfahrung zugute: Jahrzehntelanges Musikhören habe ihr Gehör geschult. Besonders das Mischen von Popsongs könne dadurch leichter fallen, da diese häufig ähnlich aufgebaut seien.
Trotzdem bleibt das Auflegen eine technische Herausforderung. „Es ist sehr, sehr viel Konzentration. Und ich habe es mir echt einfacher vorgestellt“, sagt Teilnehmerin Sabine Bühler. Gleichzeitig habe sie dadurch mehr Wertschätzung für die Arbeit von DJs entwickelt.
Bei seinen Workshops setzt Mike Sugar vor allem auf den Spaß am Auflegen. Sobald ein Übergang funktioniert, wird gemeinsam gefeiert. Nach drei Stunden und drei gemixten Songs erwartet er bei den Teilnehmern laut eigener Erfahrung eines von zwei Ergebnissen: Entweder sie zweifeln an der Qualität von DJs – oder sie entwickeln Hochachtung vor deren Arbeit.
Noch lieber wäre ihm, wenn die Teilnehmer selbst hinter dem Mischpult stehen. Sein Wunsch ist deshalb eine eigene Veranstaltung, bei der seine DJ-Newcomer gemeinsam mit anderen Anfängern auflegen können.
Quelle: WDR
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Der Beitrag Workshop soll „Boomer“ zu besseren DJs machen ist auf FAZEmag erschienen.