
Am Sonntagabend, dem 18. Oktober, hat das Landeskriminalamt das queere Gesundheits- und Kulturzentrum Casa Kuà in Berlin-Kreuzberg durchsucht. Hintergrund ist der Verdacht auf Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz. Der Einsatz stand offenbar im Zusammenhang mit einem angekündigten Workshop, bei dem sich trans-Personen über den Zugang zu feminisierenden Hormonpräparaten und deren Online-Bestellung austauschen wollten. Die Polizei nahm die Personalien von fast zwei Dutzend Anwesenden auf.
Bei der Durchsuchung wurden laut Polizei Medikamente, Betäubungsmittel, Datenträger und Bargeld im vierstelligen Bereich sichergestellt. Die Ermittlungen richten sich gegen den mutmaßlich illegalen Handel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Die Vorwürfe sind bislang nicht abschließend geklärt. Casa Kuà ist ein wichtiger Anlaufpunkt für trans, inter und queere Menschen und bietet unter anderem Beratungs-, Bildungs- und Community-Angebote. Erst kürzlich wurde das Zentrum beim Berliner Tag der Clubkultur ausgezeichnet.
Der Polizeieinsatz löste noch am selben Abend Proteste aus: Rund 130 bis 140 Menschen versammelten sich vor dem Zentrum, um ihre Solidarität auszudrücken. Berlins Queerbeauftragter Alfonso Pantisano sowie queere Verbände und Politiker kritisierten die Razzia scharf und forderten Aufklärung. Dabei verwiesen sie auch auf die Hürden, mit denen trans Menschen beim Zugang zu medizinischer Versorgung und einer verlässlichen Hormontherapie konfrontiert sind.
Der Fall wirft Fragen zum Zugang zu geschlechtsangleichender Gesundheitsversorgung und zum Umgang mit queeren Schutzräumen auf. Während die Behörden mögliche Straftaten untersuchen, sehen Kritiker in dem Einsatz ein unverhältnismäßiges Vorgehen gegen einen wichtigen Ort für eine marginalisierte Community.
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Der Beitrag Berlin: Kritik an Polizei-Razzia in queerem Zentrum ist auf FAZEmag erschienen.