
Amelie Lens berichtet öffentlich von sexueller Belästigung und Grenzüberschreitungen durch männliche Künstler.
Die Vorfälle hätten sich nach ihrer Schilderung gegenüber DJ Mag im Backstagebereich und in der DJ-Booth ereignet. „Ich bin bei der Arbeit – ich bin hier nicht zum Feiern“, sagt die belgische Techno-DJ. Sie betont, dass auch Feiern keine Entschuldigung für übergriffiges Verhalten wäre.
Kolleginnen warnen sich gegenseitig
Lens erzählt, dass Kolleginnen ihr vor gemeinsamen Auftritten mit männlichen Artists geschrieben hätten, gegen die mehrere Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens erhoben worden seien. „Bitte sei vorsichtig, wenn du mit ihm spielst. Pass auf dein Getränk auf“, hätten die Warnungen gelautet. Namen nennt Lens im Interview nicht.
Sie kritisiert, dass Frauen sich 2026 noch immer auf diese Weise gegenseitig auf Auftritte vorbereiten müssten. Zur Arbeit gehöre für sie inzwischen auch die Sorge, wem sie hinter der Bühne begegnen werde.
Lens sagt, viele Frauen hätten ihr von belastenden Erfahrungen berichtet. Manche hätten öffentlich darüber gesprochen, ohne dass ihnen geglaubt worden sei. Lange habe sie gehofft, dass sich etwas ändere, wenn sie selbst bestimmte Künstler öffentlich benenne. Inzwischen überwiege die Enttäuschung: „Alle wissen Bescheid, sogar die Fans, und niemand tut etwas.“
Aufruf an männlichen Teil der Szene
Ihre Kritik richtet sich auch an Veranstalter und Booker. Wenn mehrere voneinander unabhängige Frauen ähnliche Vorwürfe gegen einen Künstler schilderten, müsse geprüft werden, ob ein weiteres Booking mit der Sicherheit anderer Künstler, Mitarbeiter und Gäste vereinbar sei.
Auch männliche Kollegen fordert Lens zum Eingreifen auf, wenn sie grenzüberschreitendes Verhalten beobachten. „Wenn andere in der Szene uns nicht helfen, können wir das nicht allein bekämpfen.“ Gegenseitige Warnungen und Unterstützung seien wichtig, könnten aber die Verantwortung derjenigen, die von Vorfällen erfahren, nicht ersetzen.
Der #meetooDJs-Skandal innerhalb der internationalen Techno-Szene ist noch kein Jahr alt, die Diskussion flammt mittlerweile jedoch allenfalls wieder auf, wenn sich neue Vorfälle hinzugesellen. Im Fokus stehen dabei sexualisiertes Fehlverhalten gegenüber Frauen, Machtmissbrauch und mehr.
Auch Amelie Lens nutzt damals ihre Reichweite, um auf die tiefgreifenden Probleme innerhalb der Szene aufmerksam zu machen und um mit der toxischen „Bro-Kultur“ und dem systematischen Wegschauen abzurechnen (FAZEmag berichtete).
Quelle: DJ Mag
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Der Beitrag „Sei vorsichtig, wenn du mit ihm spielst“: Amelie Lens spricht über sexuelle Belästigung ist auf FAZEmag erschienen.