
Die Ankündigung des SONDER, einem neuen Ort für elektronische Musik und Kultur im Münchner Werksviertel, hat Kritik am Team des früheren DNA Clubs ausgelöst.
In Kommentaren werden Verantwortlichen sexuelle Übergriffe, körperliche Gewalt und Machtmissbrauch vorgeworfen. Andere kritisieren den Umgang mit entsprechenden Hinweisen. Das DNA-Team hat am 21. Oktober dazu Stellung genommen.
Geschäftsführungsmitglied vorläufig freigestellt
Das Team teilt mit, einvernehmlich beschlossen zu haben, eine von den Vorwürfen betroffene Person aus der Geschäftsführung vorerst freizustellen. Einen Namen nennt es nicht. Sollten sich bei einer sorgfältigen rechtsstaatlichen Prüfung hinreichende Anhaltspunkte ergeben, sei eine dauerhafte Abberufung vorgesehen.
Zudem berichtet DNA von einem laufenden polizeilichen Vorgang nach einer körperlichen Auseinandersetzung außerhalb des Clubbetriebs. Eine verantwortliche Person sei daran beteiligt gewesen; beide Seiten hätten Strafanzeige erstattet. Zum Ablauf gebe es unterschiedliche Darstellungen. Eine Bestätigung der zuständigen Behörden zum Stand des Vorgangs liegt der Redaktion nicht vor.
DNA weist Vorwurf des Wegsehens zurück
Zu den Vorwürfen sexueller Belästigung und Übergriffe erklärt das Team, Hinweise ernst zu nehmen und Betroffene unterstützen zu wollen. Bei Vorfällen zwischen Gästen habe man reagiert, teilweise die Polizei eingeschaltet und Personen dauerhaft aus dem Club ausgeschlossen. Den Vorwurf, bei solchen Situationen wegzusehen, weist DNA zurück.
Die öffentlich erhobenen Anschuldigungen gegen Verantwortliche seien aus Sicht des Teams bislang nicht ausreichend konkretisiert worden, um einzelne Sachverhalte nachvollziehbar zu prüfen. Im Abschnitt zu sexueller Belästigung und Übergriffen schreibt DNA, dass dem Team dazu keine Ermittlungsverfahren oder Verurteilungen bekannt seien. Diese Aussage bezieht sich nicht auf den separat erwähnten Vorgang nach der körperlichen Auseinandersetzung.
Awareness-Strukturen sollen auch bei SONDER gelten
Auf Zweifel an der Awareness-Arbeit verweist DNA auf einen gemeinsam mit The AwareMind Project erarbeiteten Code of Conduct und ein bestehendes Awareness-Konzept. Mitarbeitende seien für dessen Umsetzung geschult und zertifiziert worden. Bei Großveranstaltungen kämen zusätzlich externe Awareness-Teams zum Einsatz. Die Maßnahmen sollen laut Team auch bei SONDER gelten, könnten aber keinen vollständigen Schutz vor jedem Vorfall garantieren.
Hinweise oder eigene Erfahrungen können vertraulich an awareness@dna-club.de gemeldet werden. Die Adresse bestehe seit der Eröffnung des Clubs. Das Team erklärt außerdem, Gespräche zur Klärung angeboten und dafür auch MoNa, die städtische Fachstelle für Moderation der Nacht, vorgeschlagen zu haben. Bis zur Veröffentlichung des Statements sei das Angebot nicht angenommen worden. Eine Stellungnahme der angesprochenen Personen liegt nicht vor.
DNA soll als Veranstalter weiterbestehen
Das Team widerspricht dem Eindruck, mit SONDER sollten bisherige Fragen in den Hintergrund rücken. Die neue Location sei eigenständig; DNA solle als Veranstalter weiterbestehen. Die Planung für SONDER habe bereits vor dem Aufkommen der öffentlich verbreiteten Anschuldigungen begonnen.
DNA kündigt an, weiterhin konkrete Hinweise entgegenzunehmen und bei Bedarf externe Stellen einzubeziehen. Zugleich behält sich das Team rechtliche Schritte gegen Äußerungen vor, die es als Beleidigungen oder Verletzungen von Persönlichkeitsrechten bewertet. Sachliche Kritik solle dadurch nicht verhindert werden. „Wir halten es für wichtig, zwischen Vorwürfen und nachgewiesenen Tatsachen zu unterscheiden“, heißt es in der Stellungnahme.
Das vollumfängliche Statement könnt ihr HIER lesen.
Quelle: DJ Mag
Das könnte dich auch interessieren:
Der Beitrag Vorwürfe gegen neuen Techno-Club in München: Team bezieht Stellung und zieht Konsequenzen ist auf FAZEmag erschienen.